Arbeit im Wald
Die Arbeit im Wald ist vielschichtiger, als man denkt, zumindest dann, wenn man gewisse Aktivitäten auch als Arbeit einordnet, obwohl die meisten Menschen diese hauptsächlich als Freizeit Beschäftigung ausüben. Das Sammeln mancher Dinge im Wald wurde früher oft zur Nahrungssuche oder zum Geldverdienen benutzt; heute wird dies alles nicht mehr als lebensnotwendig erachtet. Die meisten Menschen wissen gar nicht mehr, was der Wald alles für Schätze zu bieten hat. Dennoch ist die hauptsächliche Arbeit im Wald natürlich im bezug auf Holz zu finden. Viele Waldbesitzer verbringen einige Tage und Wochen im Jahr damit, zu pflegen und das Waldstück in Ordnung zu halten.
Natürlich wird auch Profit erzielt, wenn man einen Wald sein eigen nennt. Entweder braucht man selbst Brennmaterial, weil man eine Hackschnitzel- oder Holzheizung betreibt, um sein Wohnhaus zu beheizen, oder man verkauft eben diese Waren. Hierzu muss man jedoch Bäume fällen, die Äste aus dem Wald holen, das Häckseln organisieren und vieles mehr. Das dicke Stammholz kann man zu Bauholz verarbeiten lassen, und dann ebenfalls gewinnbringend verkaufen. Richtig lohnen wird sich dieser Aufwand aber erst ab einer gewissen Menge, da sonst der erzielte Gewinn und die Arbeit in keinem Verhältnis zueinander stehen würden.
Mancher Waldarbeiter freut sich, wenn er am Waldrand oder auf einer Lichtung Sträucher mit Beeren findet, weil er eine besonders leckere Jause machen kann. Es treibt aber auch viele Naturfreunde in den Wald, um sich auf die Suche nach Früchten zu machen. Besonders begehrt sind hier Walderdbeeren, die zwar sehr klein sind, aber über einen sehr intensiven Geschmack verfügen. Ein Kuchen mit diesen Waldfrüchten ist eine besondere Gaumenfreude; die ideale Belohnung für die Mühen des Sammelns. Weiteren lohnenden Ertrag bieten Sträucher mit Himbeeren, Brombeeren oder Heidelbeeren. Nicht so häufig zu finden sind Preiselbeeren, die die meisten Menschen ohnehin nur aus dem Glas kennen. Auch Holunder und Waldmeister wird gerne aus dem Wald mit nach Hause genommen, ebenso wie Kräuter.
Eine weitere Sammelleidenschaft betrifft die Pilze, die im Wald wachsen. Auch hier bedeutet eine Mahlzeit viel Anstrengung, die man aufwenden muss, um die Leckereien zu sammeln. Über Stock und Stein und durch manches Unterholz führt der Weg vorbei an Pfifferlingen, Maronen, Steinpilzen und allerlei anderen essbaren Sorten. Nur kundige Pilzgänger sollten ungesehen einen Korb der Pilze verzehren, denn wer sich nicht gut genug auskennt, greift vielleicht einmal zu einem Bitterling, oder, noch schlimmer, zu einem giftigen Pilz. Förster oder sachkundige Waldbewohner helfen hier gerne.
Nicht immer muss das, was man im Wald sammelt, essbar sein. Moos und Bastelzubehör, das von selbst wächst, und nur gesucht werden muss, sind weitere beliebte Sammlerexemplare. Einen schönen Gesteckkorb mit Moos zu verzieren, oder Kastanien, Nüsse, Blätter und Wurzeln zu sammeln, um sie dann in Bastelarbeiten zu verwenden, ist durchaus eine viel praktizierte Beschäftigung für Menschen, die in der Nähe eines Waldes wohnen und sich für diese Freizeitbeschäftigungen begeistern können. Man muss also nur mit einem Korb und offenen Augen durch den Wald spazieren, und schon bekommt man Bastelmaterial, das sich anders gar nicht beschaffen lässt, beziehungsweise im Laden eine Menge Geld kosten würde.
Bei allem, was man im Wald tut, sollte man sich immer vor Augen halten, dass die grünen Bäume und alles, was sonst noch dazu gehört, lebenswichtig für die Menschen und Tiere auf der Erde sind. Man darf mit diesem Geschenk der Natur nicht achtlos umgehen, die Pilze umtreten, die man nicht kennt, Bäume sinn- und grundlos beschädigen oder andere Schäden verursachen. Auch das Wegwerfen von Müll im Wald muss unterlassen werden. Schließlich sorgen die Bäume dafür, dass die Menschen gesunde Luft zum Atmen haben, Papier zum Schreiben haben und eine warme Stube haben. Diesen Schatz muss sich die Menschheit bewahren.
Heike Werner
