Die erste Arbeit
Man kann es eigentlich noch gar nicht glauben: Die lästige Schule ist geschafft, die Jahre des Lernens, so glaubt man, liegen in der Vergangenheit, und nun geht der Spaß im Leben richtig los. Meistens wenige Wochen später revidieren junge Menschen diese Meinung, wenn sie sehen, dass das Lernen keinesfalls vorüber ist, und nun ein harter und langer Arbeitstag auf sie wartet. Vielleicht kommt nach der Schule noch die zeit der Bundeswehr, des Zivildienstes, oder eines freiwilligen sozialen Jahres, doch dann gibt es kein Entrinnen mehr. Die Menschen, die ein Studium beginnen, nachdem sie erfolgreich das Abitur absolviert haben, verschieben diese Phase eigentlich nur einige Jahre nach hinten.
Meist trifft man im letzten Schuljahr ja schon die Entscheidung, welchen Beruf man einmal ergreifen möchte. Auch Vorpraktika haben die meisten Schüler bei ihrer Entlassung schon geleistet. Ob man handwerkliches Talent besitzt, eher ein kreativer Mensch ist, oder vielleicht auch eher eine Person für ordentlich geführte Buchhaltung ist, wird sich bis dato meist schon heraus kristallisiert haben. Nun kommt es immer noch darauf an, dass man die richtige Bewerbung an die richtige Adresse schickt. Mit nicht so tollen Noten kann eine ordentliche Bewerbung, in der die Begeisterung für einen Beruf dem Arbeitgeber oder dem Personalchef förmlich ins Auge springt, immer noch eine gute Chance bedeuten. Auch wenn man sich in einem Unternehmen, welches Lohnarbeit verrichtet, bewirbt, muss man eine gute Erklärung für seine Beweggründe liefern.
Der erste Arbeitstag ist dann meist mit einer schlaflosen Nacht im Vorfeld und einem ganz schön mulmigen Gefühl im Magen gespickt. Werden die neuen Kollegen nett sein, und vor allem, wird man als Neuling akzeptiert werden? Solche Fragen gehen den Lehrlingen durch den Kopf. Natürlich erkunden sie, meist in Begleitung des Chefs oder eines Mitarbeiters die neue Arbeitsstätte, können sich aber vor lauter Aufregung gar nichts merken. Da dies aber durchaus als normal anzusehen ist, weil sich kaum jemand schon in den ersten Stunden im neuen Leben und Arbeitsbereich zu Recht findet, wird jedem Auszubildenden diese Aufregung verziehen.
Am Anfang warten für jeden Lehrling Hilfs-, Aufräum- und Putzdienste. Dass die Lehrjahre keine Herrenjahre sind, predigen Eltern und Lehrer ja schon Jahre vorher, deswegen wird man sich damit einfach abfinden müssen. Daneben stehen und zusehen wird ebenfalls eine der Hauptaufgaben werden. Zeigt man hier Geschick und Interesse, wird man bald, und jeden Tag ein Stückchen mehr, den Weg in den Beruf, für den man sich entschieden hat, einschlagen und auch nach und nach verantwortungsvollere Tätigkeiten zugewiesen bekommen. Am Ende der Ausbildung kann man zwar weder an Wissen noch an Kenntnissen mit den alt eingesessenen Kollegen mithalten, aber zumindest ist man dem Ganzen ein wesentliches Stück näher gekommen.
